Heidi, Alfons und Otto

Heute muss ich mal einen dicken Applaus an drei Köche richten, die unsere ZasiusKüche im letzten Jahr immens bereichert haben: Heidi mit ihrem Kochblog, Alfons mit seinem unglaublich umfassenden Buch über Gewürze und Yotam Ottolenghi für seine tollen Rezepte aus „Das Kochbuch“.

Heidi Swanson – 101cookbooks.com

Heidi lebt in San Francisco und hat einen Faible für Vollwertkost und Photographie. Beides zeigt sie in beeindruckender Weise auf Ihrem Foodblog. Auf Heidi bin ich gestossen, weil Sean Lock sich bei QI masslos über Blumenkohl aufgeregt hat: „Den muss man erst kochen, und dann ’ne Sosse machen und dann nochmal in den Ofen und dann schmeckt er furchtbar.“ Bitte? So kochen Angelsachsen Blumenkohl? Das wollte ich genauer wissen und kam über „cauliflower recipes“  zu diesem Rezept bei Heidi. Sieht das mal gleich richtig gut aus? Ich hab’s ein paar Tage später ausprobiert, leicht abgewandelt, mit dem Ergebnis: gebratener Blumenkohl ist der Hammer. Und das bringt mich auch dazu, was ich an Heidis Rezepten so mag: Sie schafft es, durch scharfes Braten, geröstete Nüsse und ordentlich Gewürze (und gerne auch viel Käse), vegetarische Gerichte so viel Dampf zu geben, dass man Fleisch nicht mehr vermisst. Mal ganz ehrlich, liebe Vegetarier: KartoffelGemüseAuflauf schmeckt nicht. Aubergine schmeckt nur, wenn man weiss, was man tut. Und diese willenlose Nudelsosse mit Zucchini und zu viel Knoblauch, will man auch nicht. Aber da weiss Heidi Rat: alles ordentlich Braten, Gewürze in Öl erhitzen und geröstete Kerne wirken Wunder. Folgt Ihr!

Alfons Schubeck Kochbuch

Alfons Schubeck – Meine Küche der Gewürze

Zu dem Buch kam ich wie die Jungfrau zum Kind: Zuerst hat es Clara auf ihrer Abrissauktion versteigert, aber da hat Klaus es mir weggeschnappt, weil ich noch nicht wusste, wie geil es eigentlich ist. Doch wie durch ein Wunder, gab es das Buch im Hause Nehrkorn gleich zweimal und das zweite Exemplar wurde beim Umzug nach Berlin glatt in der Villa liegen gelassen. Und jetzt ist es meins. Kauft Euch auch eins.

Alfons liebt Gewürze in allen Formen und Farben und diese Leidenschaft merkt man dem Buch sofort an. In der ersten Hälfte werden ~50 Gewürze auf jeweils einer Doppelseite ausführlich in Verwendung, Geschmack und Wirkung beschrieben und dann gibt es in der zweiten Hälfte Rezepte dazu. Die Rezepte sind in Ganzen nicht so ausserordentlich. Oft auch zu kompliziert. Aber man kann super Tipps da raus zeihen. Mein Lieblingsbeispiel: Im Nudelwasser wird Ingwer, Chili und Knoblauch mit gekocht. Das gibt den Nudeln ein tolles Aroma. Aber viel erstaunlicher ist, dass man sich durch den Ingwer nach der Portion Nudeln nicht auch gleich fühlt wie eine dicke Nudel, Irgendwie wird alles leichter. Und wer hätte gedacht, dass Vanille gut zu Fleisch passt? Vor diesem Buch habe ich nie Vanille verwendet – von Cremes mal abgesehen. Und Piment und Koriandersamen haben die Farbpalette auch enorm erweitert. Gute Gewürze gibt es übrigens bei Culinarico.

Yotam Ottolenghi - Das Kochbuch

Yotam Ottolenghi – Das Kochbuch

Nachdem ich ‚das Rote‘ von Herrn Ottolenghi bei Flo gesehen und es mir von Muttern zu Weihnachten gewünscht hatte, habe ich nun stattdessen ‚das Grüne‘ und bin begeistert. Zur Erklärung: Herr Ottolenghi betreibt wohl ein Restaurant/ Take-Away in London mit mediterraner Küche – aber die östliche Seite des Mittelmeeres. Israel, Ägypten, der arabische Raum. Keine Nudeln.

Das Buch ist eine klassische Rezeptsammlung ohne grosses Drumherum. Das Meiste vegetarisch. Und gerne unter Verwendung von Hülsenfrüchten, Zitrone und Knoblauch. Das wirklich Besondere ist, wie unglaublich ausgefeilt, schmackhaft und überraschend die Rezepte sind. Wir haben in den letzten drei Wochen sieben Rezepte (hab gerad‘ noch mal gezählt) ausprobiert und alle haben überzeugt. Darunter zwei fürs Silvestermenü. Man merkt dem Buch an, dass es nicht aus der Not entstanden ist, „Ach ja, wir machen ein Kochbuch. Was kann denn da rein?“ Sondern alle Gerichte aus dem Restaurant- Alltag stammen und dementsprechend gut entwickelt und auf den Kern reduziert sind. Alles ist einfach nach zu kochen und man braucht nur selten exotische Zutaten, die man aber sofort im orientalischen Supermarkt findet.

Wenn ihr also gerade mal Lust auf neue Rezepte habt, dann kauft den Otto. Ein Quell der Inspiration.

Titelfoto von Flo oder Tim.

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